Gymnastik

Gymnastik ist ein ganzheitliches Körpertraining, das Beweglichkeit, Kraft und Muskelausdauer fördert und zudem das Körper- und Haltungsbewusstsein in Bezug zur Aufrechten schult. Ein weiteres Augenmerk liegt auf tonusregulierenden und spannungsausgleichenden Elementen. Damit soll die individuelle Leistungsfähigkeit des Menschen entwickelt werden und erhalten bleiben.

Die Gymnastik hat die Aufgabe einer aktivierenden Gesundheitserziehung, die den Menschen zur Verantwortung für sich selbst befähigt. Sie schult zudem die individuellen Bewegungsmöglichkeiten und Ausdrucksfähigkeiten des Menschen. Er soll die anregende Wirkung von Musik, Rhythmus und Sprache auf seine Bewegung erfahren und sich im Spiel mit Partner, Gruppe, Raum und Objekten auseinandersetzen lernen.

Der Begriff Gymnastik
Ihren Ursprung hat die Gymnastik in der Antike. Der Begriff entstammt dem altgriechischen Wort gymnos, was nackt bedeutet. Er wurde verwendet weil die griechischen Athleten nackt trainierten. Die Gymnastik entwickelte sich vor rund 2500 Jahren im griechischen Stadtstaat Athen. In den Gymnasien, Treffpunkt der gebildeten (männlichen) Oberschicht, war Gymnastik nebst Philosophie, Musik, Dichtung und Rhetorik ein gleichrangiges Bildungsmittel.

Entstehung der neuzeitlichen Gymnastik
Die Gymnastikbewegung der Neuzeut nahm ihre Entwicklung im 19. Jh. zunächst in nordischen Ländern, später in Amerika. Sie kam von dort aus an der Wende zum 20. Jh. nach Deutschland und in die Schweiz und entwickelte sich hier bis zum 2. Weltkrieg zu einer Bewegungskultur mit vielen Anhängern und vor allem auch Anhängerinnen.

Berufsfachleute der Gymnastik
In Gymnastik ausgebildete Bewegungspädagoginnen und -pädagogen erlernen ein spezielles Bewegungssystem, welches nebst dem Wissen über Anatomie, Trainings- und Bewegungs-lehre als Grundlage für die Unterrichtsgestaltung dient.

Die bekanntesten, heute noch eingesetzten Bewegungssysteme aus der Zeit der Gymnastikpioniere sind:

  • organisch-rhythmische Bewegungsbildung nach Lehrweise Medau
  • Ausdrucksbewegung und Raumlehre nach Laban/Bartenieff
  • Bewegungssystem Rosalia Chladek®


In der Gymnastik werden je nach abgeschlossener Ausbildung auch Elemente oder Wissen aus Bewegungstherapiemethoden eingesetzt. Die Wichtigsten sind:

  • Atemtherapie nach Middendorf
  • Feldenkrais-Methode®
  • Franklin-Methode®
  • PSFL (Psychosomatische Funktionslehre nach Bet Hauschild-Sutter)
  • Spiraldynamik®

Buchtipps:

  • Medau, Anschütz, Bühlmeyer, Klötzer: Organgymnastik, Lehrweise Medau, Hofmann Verlag Schorndorf, 2003
  • C. & Ch. Grämiger: Bewegungserziehung nach Rudolf von Laban, Gymnos-Eigenverlag Zürich, 2005 (zu beziehen unter gymnos.ch)
  • Oberzaucher, Giel: Rosalia Chladeck, Kieser Verlag München, 2002
  • Pittini, Bezzola: Der bewegte Körper, Entfaltung und Entwicklung, Psychosomatische Funktionslehre nach Bet Hauschild-Sutter, Huber Verlag Bern, 2011